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INTERVIEW:
Franke: „Wir bereiten uns heute auf die Energiezukunft von morgen vor“
Im Mai 2006 sprach die damalige Deutsche BP AG mit E&M über ihre Strategie. Schon damals setzte sich der Konzern mit erneuerbaren Energien auseinander.
Bei den beiden Buchstaben BP denken viele zunächst an einen Öl- und Gaskonzern. Das greift jedoch zu kurz. Der Konzern investiert
auch in erneuerbare Energien. Neu ist dieses Engagement nicht. Bereits Ende der 1970er Jahre arbeitete BP an der Entwicklung
von Solartechnik. Mit der Sparte BP Solar produzierte das Unternehmen später Solarzellen und Solarmodule. 2011 beendete der
Konzern das Geschäft und begründete den Schritt mit dem zunehmenden Preisdruck auf dem Weltmarkt.
Im Jahr 2006 gab Dr. Uwe Franke, damals Vorstandsvorsitzender der Deutschen BP AG, E&M ein Interview. Ein Blick zurück in den Mai 2006 zeigt, wie das Unternehmen seine Rolle im Energiemarkt damals einschätzte:
E&M: Herr Franke, in einem Interview um die Jahrtausendwende haben Sie gesagt, dass die Photovoltaik noch kräftig den Hügel hochgeschoben werden muss, um ernst genommen zu werden. Wie weit ist es um dieses Anschieben mittlerweile bestellt?
Franke: Ich denke, wir sind ein gutes Stück vorangekommen. Die Frage ist immer, welche Erwartungen man gehabt hat. Die Wettbewerbsfähigkeit der Photovoltaik schnell zu gewinnen, wäre sicherlich eine illusorische Erwartung gewesen. Das ist ein langer, aber realistischer Prozess. Wir sehen diese Entwicklung in Japan, wo die staatliche Förderung der Solarenergie inzwischen bekanntlich bereits eingestellt werden konnte, weil die Wettbewerbsfähigkeit erreicht wurde. Dort liegen die Strompreise für konventionelle Energieträger allerdings auch um einiges höher als bei uns.
E&M: Wann sehen Sie für Deutschland dieses Ziel erreicht?
Franke: Schwer zu sagen. Das hängt vom Fortbestand und Umfang der Förderung ab. Ohne eine staatliche Unterstützung würden die Wachstumsraten massiv in den Keller gehen. Aber gerade durch diese Wachstumsraten lassen sich die Produktionskosten senken, was eines unserer wichtigen Ziele ist. Neben der Senkung der Produktionskosten müssen wir zum Erreichen der Wettbewerbsfähigkeit auch an der Erhöhung des Wirkungsgrades forschen. Wie gesagt, ohne staatliche Förderung würde die Photovoltaik das letzte Stück über den Berg nicht schaffen, um beim Bild von vorhin zu bleiben.
E&M: Deshalb plädieren Sie für die Beibehaltung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) in Deutschland?
Franke: Ja. Beim Blick über die Grenzen zeigt sich, dass das deutsche EEG mit zu den besten Modellen zur Förderung erneuerbarer Energien zählt, wenn es nicht das Beste überhaupt ist. Wir haben viele Gespräche weltweit zu diesem Thema geführt. Quotenmodelle haben nirgendwo zu Erfolgen, wie zum Beispiel günstigeren Preisen geführt, während unser EEG mittlerweile von 16 anderen Ländern kopiert wird. Das EEG, davon bin ich überzeugt, macht weltweit Schule. Es lässt sich über einige Feinjustierungen, wie das Anpassen der Förderhöhe an den technologischen Entwicklungsstand einzelner Energieträger sprechen, aber das ist ein ganz anderes Thema.
E&M: BP gehört seit den frühen 70er Jahren zu den Unternehmen, die Solarzellen und -module herstellen. Ihr Weltmarktanteil bei der Zellproduktion lag um die Jahrtausendwende noch bei über 20 Prozent, im vergangenen Jahr allerdings nur noch bei 6,7 Prozent. Als zwischenzeitlicher Weltmarktführer sind sie auf Platz sieben zurückgefallen. Was ist los?
Franke: Sie beziehen sich auf eine Statistik, deren Daten wir so nicht bestätigen können. So beträgt unser Marktanteil in Deutschland aktuell 9 Prozent. Die Zahlen allein geben aber einen verzerrten Eindruck wieder. Die Wachstumssituation auf dem Photovoltaikmarkt ist infolge der Silizium-Knappheit derzeit einfach viel zu verzerrt, als dass man verbindliche Aussagen treffen könnte. Erst wenn allen Produzenten ausreichende Mengen zur Verfügung stehen, lassen sich meines Erachtens belastbare Vergleiche anstellen. Wir haben ehrgeizige Wachstumspläne für den Solarbereich, und die werden wir auch einhalten.
E&M: BP hat bei Vorstellung des „Alternative Energy“-Programms eine Verdoppelung der Zellproduktion bis Ende 2006 auf 200 MW angekündigt. Gibt es für diesen Output die notwendigen Lieferverträge für Silizium und Wafer?
Franke: Wir kündigten eine Verdopplung der Produktionskapazitäten bis Ende 2006 an. Und von dieser Umsetzung gehe ich fest aus. Sonst hätte es aus London diese Ankündigung nicht gegeben. Genauso fest gehe ich davon aus, dass wir bis Ende 2008 unsere Produktionskapazitäten auf 300 Megawatt hochfahren.
E&M: Die angesprochene Verdoppelung und auch die 300 MW hören sich erst einmal ambitioniert an. Wenn ein Mittelständler wie Q-Cells seine Produktion im kommenden Jahr auf über 400 MW ausbauen will, dann relativieren sich Ihre Solarpläne, oder nicht? BP ist immerhin ein milliardenschwerer Energiekonzern.
Franke: Das sehe ich anders, und zwar aus folgendem Grund: Ein unkontrolliertes Wachstum kann schnell zum Misserfolg führen. Unsere Geschäftsphilosophie sieht anders aus: Wenn wir ein neues Geschäft voranbringen wollen, und zwar mit Qualität, dann stehen wir lieber etwas auf der Bremse als gleich Vollgas zu geben. Gerade im Solarsektor wollen wir Quantität mit Qualität verbinden. Wir haben nach wie vor Zellen mit sehr hohem Wirkungsgrad. Das, sowie die Tatsache, dass BP Solar entlang der gesamten Wertschöpfungskette weltweit aktiv ist, sind ein Plus, das bei keiner Auflistung von Produktionskapazitäten übersehen werden darf. Und wir investieren einiges an Geld, um unsere Zellen und Module noch effizienter zu machen. Denn, wenn wir ehrlich sind, stammt die heutige Photovoltaik-Technologie noch aus der Steinzeit.
E&M: Wie wollen Sie denn mit Ihrer Solarsparte den Sprung in die Gegenwart schaffen?
Franke: Wir investieren in der Tat einiges, um den Wirkungsgrad unserer Zellen nennenswert zu erhöhen. Wie Sie wissen, haben wir uns aus der Dünnschicht-Technologie zurückgezogen. Die heutigen Wirkungsgrade von sieben bis acht Prozent sind unseres Erachtens nicht sehr steigerungsfähig. Dagegen glauben wir fest an eine deutliche Effizienzsteigerung bei den Zellen auf kristalliner Basis. Wenn wir in den nächsten Schritten auf einen Wirkungsgrad von 25 Prozent kämen, wäre das ein Riesenschritt in die Zukunft. Das würde die Wettbewerbsfähigkeit der Solarenergie spürbar steigern. Das ist der Weg, dem wir folgen.
E&M: Beim Blick auf die solare Weltkarte fällt auf, dass BP mit seinen Zellfabriken nicht auf den Hauptmärkten Deutschland und Japan vertreten ist. Gibt es Überlegungen das zu ändern?
Franke: Solche Überlegungen gibt es für Zell- und Modulfabriken in der Tat. Aber es sind noch keine Entscheidungen getroffen.
E&M: Wann rechnen Sie mit diesen Entscheidungen?
Franke: Da kann ich mich nicht festlegen, denn solche Entscheidungen werden wir hier nicht allein treffen. BP Solar ist ein internationales Geschäft.
E&M: Sehen Sie Gründe, die für einen Produktionsstandort in Deutschland sprechen?
Franke: Da gibt es eine Reihe von Gründen, die dafür sprechen.
E&M: Zurück zu „Alternative Energy“: In dieses Programm will BP in den kommenden zehn Jahren acht Milliarden US-Dollar investieren. Das Programm umfasst nicht nur den Photovoltaiksektor, sondern unter anderem sind auch GuD- und CO2-freie Kraftwerke geplant. Können Sie beziffern, wie viel Prozent Ihrer Investitionen auf dieses Programm entfallen im Vergleich zu den jährlichen Konzern-Investitionen?
Franke: Vorab will ich eine Bemerkung machen, da ich Zweifel aus Ihrem Mund an dem Begriff „Alternative Energy“ heraushöre: Auch unser geplantes CO2-freies Kraftwerk ist eine „Alternative“, weil wir dieses Vorhaben letztendlich nutzen wollen, um kohlenstofffreien Wasserstoff zu produzieren. Zu den wichtigsten Aufgaben gehört künftig, wenn ich an den Klimawandel denke, der Bau genau solcher CO2-freier Kraftwerke. Die Vermeidung von Kohlendioxid bei der Energieproduktion ist der wichtigste Schritt vorwärts überhaupt.
E&M: Wie sieht es konkret mit den Investitionen bei BP aus?
Franke: Typischerweise investieren wir als Konzern weltweit 15 Milliarden US-Dollar im Jahr – mit steigender Tendenz. Davon entfallen in diesem Jahr allein auf das Upstream-Geschäft, sprich auf die Öl- und Gasförderung, elf Milliarden US-Dollar. An diesen 15 Milliarden müssen die 800 Miollionen gemessen werden.
E&M: Dann landen wir bei rund fünf Prozent.
Franke: Rechnerisch mag das zwar stimmen, die Zahl kann dennoch nicht so unkommentiert stehen gelassen werden. Richtig ist vielmehr, dass wir eine Reihe von Möglichkeiten sehen, innerhalb der nächsten zehn Jahre acht Milliarden US-Dollar erfolgreich in neue Geschäftsfelder investieren zu können. Darauf kommt es an. Und außerdem haben wir nur einen Anfang angekündigt. Wenn sich mit diesen acht Milliarden schnell ein neues Business schaffen lässt, dann bleibt es nicht bei dieser Summe. Bei Alternative Energy sollte nicht allein die Investitionssumme im Fokus stehen: Es geht hier um unser Unternehmensziel, dass wir künftig im Sektor Alternative Energy zu den Weltmarktführern gehören wollen.
E&M: Wie viel Geld will der BP-Konzern demnächst in die Photovoltaiksparte stecken?
Franke: Bis Ende 2008 sind etwa 1,8 Milliarden US-Dollar vorgesehen, die BP im Sektor Alternative Energien investieren wird. Ich denke, das ist eine Summe, mit der wir uns sehen lassen können. Diese Zahlen sind mir aber zu wenig: Wegen des unglaublich großen Potenzials ist die Photovoltaik eine der wichtigsten Energieformen der Zukunft, und zwar dann, wenn Öl und Gas zu Neige gehen. Das wird nicht in diesem Jahrhundert passieren, aber wir als BP bereiten uns heute schon auf die Energiezukunft von morgen auf. Und darauf kommt es mir an.
Im Jahr 2006 gab Dr. Uwe Franke, damals Vorstandsvorsitzender der Deutschen BP AG, E&M ein Interview. Ein Blick zurück in den Mai 2006 zeigt, wie das Unternehmen seine Rolle im Energiemarkt damals einschätzte:
E&M: Herr Franke, in einem Interview um die Jahrtausendwende haben Sie gesagt, dass die Photovoltaik noch kräftig den Hügel hochgeschoben werden muss, um ernst genommen zu werden. Wie weit ist es um dieses Anschieben mittlerweile bestellt?
Franke: Ich denke, wir sind ein gutes Stück vorangekommen. Die Frage ist immer, welche Erwartungen man gehabt hat. Die Wettbewerbsfähigkeit der Photovoltaik schnell zu gewinnen, wäre sicherlich eine illusorische Erwartung gewesen. Das ist ein langer, aber realistischer Prozess. Wir sehen diese Entwicklung in Japan, wo die staatliche Förderung der Solarenergie inzwischen bekanntlich bereits eingestellt werden konnte, weil die Wettbewerbsfähigkeit erreicht wurde. Dort liegen die Strompreise für konventionelle Energieträger allerdings auch um einiges höher als bei uns.
E&M: Wann sehen Sie für Deutschland dieses Ziel erreicht?
Franke: Schwer zu sagen. Das hängt vom Fortbestand und Umfang der Förderung ab. Ohne eine staatliche Unterstützung würden die Wachstumsraten massiv in den Keller gehen. Aber gerade durch diese Wachstumsraten lassen sich die Produktionskosten senken, was eines unserer wichtigen Ziele ist. Neben der Senkung der Produktionskosten müssen wir zum Erreichen der Wettbewerbsfähigkeit auch an der Erhöhung des Wirkungsgrades forschen. Wie gesagt, ohne staatliche Förderung würde die Photovoltaik das letzte Stück über den Berg nicht schaffen, um beim Bild von vorhin zu bleiben.
E&M: Deshalb plädieren Sie für die Beibehaltung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) in Deutschland?
Franke: Ja. Beim Blick über die Grenzen zeigt sich, dass das deutsche EEG mit zu den besten Modellen zur Förderung erneuerbarer Energien zählt, wenn es nicht das Beste überhaupt ist. Wir haben viele Gespräche weltweit zu diesem Thema geführt. Quotenmodelle haben nirgendwo zu Erfolgen, wie zum Beispiel günstigeren Preisen geführt, während unser EEG mittlerweile von 16 anderen Ländern kopiert wird. Das EEG, davon bin ich überzeugt, macht weltweit Schule. Es lässt sich über einige Feinjustierungen, wie das Anpassen der Förderhöhe an den technologischen Entwicklungsstand einzelner Energieträger sprechen, aber das ist ein ganz anderes Thema.
E&M: BP gehört seit den frühen 70er Jahren zu den Unternehmen, die Solarzellen und -module herstellen. Ihr Weltmarktanteil bei der Zellproduktion lag um die Jahrtausendwende noch bei über 20 Prozent, im vergangenen Jahr allerdings nur noch bei 6,7 Prozent. Als zwischenzeitlicher Weltmarktführer sind sie auf Platz sieben zurückgefallen. Was ist los?
Franke: Sie beziehen sich auf eine Statistik, deren Daten wir so nicht bestätigen können. So beträgt unser Marktanteil in Deutschland aktuell 9 Prozent. Die Zahlen allein geben aber einen verzerrten Eindruck wieder. Die Wachstumssituation auf dem Photovoltaikmarkt ist infolge der Silizium-Knappheit derzeit einfach viel zu verzerrt, als dass man verbindliche Aussagen treffen könnte. Erst wenn allen Produzenten ausreichende Mengen zur Verfügung stehen, lassen sich meines Erachtens belastbare Vergleiche anstellen. Wir haben ehrgeizige Wachstumspläne für den Solarbereich, und die werden wir auch einhalten.
E&M: BP hat bei Vorstellung des „Alternative Energy“-Programms eine Verdoppelung der Zellproduktion bis Ende 2006 auf 200 MW angekündigt. Gibt es für diesen Output die notwendigen Lieferverträge für Silizium und Wafer?
Franke: Wir kündigten eine Verdopplung der Produktionskapazitäten bis Ende 2006 an. Und von dieser Umsetzung gehe ich fest aus. Sonst hätte es aus London diese Ankündigung nicht gegeben. Genauso fest gehe ich davon aus, dass wir bis Ende 2008 unsere Produktionskapazitäten auf 300 Megawatt hochfahren.
E&M: Die angesprochene Verdoppelung und auch die 300 MW hören sich erst einmal ambitioniert an. Wenn ein Mittelständler wie Q-Cells seine Produktion im kommenden Jahr auf über 400 MW ausbauen will, dann relativieren sich Ihre Solarpläne, oder nicht? BP ist immerhin ein milliardenschwerer Energiekonzern.
Franke: Das sehe ich anders, und zwar aus folgendem Grund: Ein unkontrolliertes Wachstum kann schnell zum Misserfolg führen. Unsere Geschäftsphilosophie sieht anders aus: Wenn wir ein neues Geschäft voranbringen wollen, und zwar mit Qualität, dann stehen wir lieber etwas auf der Bremse als gleich Vollgas zu geben. Gerade im Solarsektor wollen wir Quantität mit Qualität verbinden. Wir haben nach wie vor Zellen mit sehr hohem Wirkungsgrad. Das, sowie die Tatsache, dass BP Solar entlang der gesamten Wertschöpfungskette weltweit aktiv ist, sind ein Plus, das bei keiner Auflistung von Produktionskapazitäten übersehen werden darf. Und wir investieren einiges an Geld, um unsere Zellen und Module noch effizienter zu machen. Denn, wenn wir ehrlich sind, stammt die heutige Photovoltaik-Technologie noch aus der Steinzeit.
E&M: Wie wollen Sie denn mit Ihrer Solarsparte den Sprung in die Gegenwart schaffen?
Franke: Wir investieren in der Tat einiges, um den Wirkungsgrad unserer Zellen nennenswert zu erhöhen. Wie Sie wissen, haben wir uns aus der Dünnschicht-Technologie zurückgezogen. Die heutigen Wirkungsgrade von sieben bis acht Prozent sind unseres Erachtens nicht sehr steigerungsfähig. Dagegen glauben wir fest an eine deutliche Effizienzsteigerung bei den Zellen auf kristalliner Basis. Wenn wir in den nächsten Schritten auf einen Wirkungsgrad von 25 Prozent kämen, wäre das ein Riesenschritt in die Zukunft. Das würde die Wettbewerbsfähigkeit der Solarenergie spürbar steigern. Das ist der Weg, dem wir folgen.
E&M: Beim Blick auf die solare Weltkarte fällt auf, dass BP mit seinen Zellfabriken nicht auf den Hauptmärkten Deutschland und Japan vertreten ist. Gibt es Überlegungen das zu ändern?
Franke: Solche Überlegungen gibt es für Zell- und Modulfabriken in der Tat. Aber es sind noch keine Entscheidungen getroffen.
E&M: Wann rechnen Sie mit diesen Entscheidungen?
Franke: Da kann ich mich nicht festlegen, denn solche Entscheidungen werden wir hier nicht allein treffen. BP Solar ist ein internationales Geschäft.
E&M: Sehen Sie Gründe, die für einen Produktionsstandort in Deutschland sprechen?
Franke: Da gibt es eine Reihe von Gründen, die dafür sprechen.
E&M: Zurück zu „Alternative Energy“: In dieses Programm will BP in den kommenden zehn Jahren acht Milliarden US-Dollar investieren. Das Programm umfasst nicht nur den Photovoltaiksektor, sondern unter anderem sind auch GuD- und CO2-freie Kraftwerke geplant. Können Sie beziffern, wie viel Prozent Ihrer Investitionen auf dieses Programm entfallen im Vergleich zu den jährlichen Konzern-Investitionen?
Franke: Vorab will ich eine Bemerkung machen, da ich Zweifel aus Ihrem Mund an dem Begriff „Alternative Energy“ heraushöre: Auch unser geplantes CO2-freies Kraftwerk ist eine „Alternative“, weil wir dieses Vorhaben letztendlich nutzen wollen, um kohlenstofffreien Wasserstoff zu produzieren. Zu den wichtigsten Aufgaben gehört künftig, wenn ich an den Klimawandel denke, der Bau genau solcher CO2-freier Kraftwerke. Die Vermeidung von Kohlendioxid bei der Energieproduktion ist der wichtigste Schritt vorwärts überhaupt.
E&M: Wie sieht es konkret mit den Investitionen bei BP aus?
Franke: Typischerweise investieren wir als Konzern weltweit 15 Milliarden US-Dollar im Jahr – mit steigender Tendenz. Davon entfallen in diesem Jahr allein auf das Upstream-Geschäft, sprich auf die Öl- und Gasförderung, elf Milliarden US-Dollar. An diesen 15 Milliarden müssen die 800 Miollionen gemessen werden.
E&M: Dann landen wir bei rund fünf Prozent.
Franke: Rechnerisch mag das zwar stimmen, die Zahl kann dennoch nicht so unkommentiert stehen gelassen werden. Richtig ist vielmehr, dass wir eine Reihe von Möglichkeiten sehen, innerhalb der nächsten zehn Jahre acht Milliarden US-Dollar erfolgreich in neue Geschäftsfelder investieren zu können. Darauf kommt es an. Und außerdem haben wir nur einen Anfang angekündigt. Wenn sich mit diesen acht Milliarden schnell ein neues Business schaffen lässt, dann bleibt es nicht bei dieser Summe. Bei Alternative Energy sollte nicht allein die Investitionssumme im Fokus stehen: Es geht hier um unser Unternehmensziel, dass wir künftig im Sektor Alternative Energy zu den Weltmarktführern gehören wollen.
E&M: Wie viel Geld will der BP-Konzern demnächst in die Photovoltaiksparte stecken?
Franke: Bis Ende 2008 sind etwa 1,8 Milliarden US-Dollar vorgesehen, die BP im Sektor Alternative Energien investieren wird. Ich denke, das ist eine Summe, mit der wir uns sehen lassen können. Diese Zahlen sind mir aber zu wenig: Wegen des unglaublich großen Potenzials ist die Photovoltaik eine der wichtigsten Energieformen der Zukunft, und zwar dann, wenn Öl und Gas zu Neige gehen. Das wird nicht in diesem Jahrhundert passieren, aber wir als BP bereiten uns heute schon auf die Energiezukunft von morgen auf. Und darauf kommt es mir an.
Ralf Köpke
© 2026 Energie & Management GmbH
Samstag, 16.05.2026, 04:43 Uhr
Samstag, 16.05.2026, 04:43 Uhr
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